Projekt "Digitale Teilhabe" in TAS-Altenheimen

Eine der Maßnahmen aus den ersten Monaten der Pandemie – die komplette Schließung der Altenheime für den Besuchsverkehr – wurde im Nachhinein heftig kritisiert: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bezeichnete diese Entscheidung als den größten Fehler, der in der Corona-Bekämpfung gemacht wurde. In der Folge hat es mannigfaltige Bestrebungen gegeben, den Menschen, die in Altenheimen leben, neue Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe zu verschaffen, die gleichzeitig der Förderung individueller Fähigkeiten und Fertigkeiten dienen sollten. So wurden gleich mehrere Programme aufgelegt, die eine Stärkung der „digitalen Möglichkeiten“ in Pflegeheimen zum Ziel hatten. Davon profitieren auch vier Einrichtungen der TAS (St. Josef, Haus Elisabeth, St. Mauritius und das Marienheim), die von der „Stiftung Wohlfahrtspflege NRW“ einen Zuschuss von 95% zum Kauf von Hardware und zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur erhalten haben.„Dies ist auch zwingend nötig“, sagt Pressesprecher Hubert Röser, neben Sabine Timmer einer der Leiter des Projekts Digitale Teilhabe. „Was nutzen die schönsten Geräte und besten Programme, wenn in den Einrichtungen kein flächendeckendes W-LAN-Netz vorhanden ist?“ So wurden Mitte des Jahres eine ganze Reihe von I-Pads und Stand-Alone-Towern angeschafft sowie neue Access-Points für das W-LAN verbaut.

Viele Möglichkeiten

„Damit haben unsere Bewohnerinnen und Bewohner mehr Möglichkeiten, z. B. über Skype und Zoom mit ihren Angehörigen zu sprechen, aber auch bestimmte Unterhaltungsspiele zu machen – mal alleine oder mit anderen“, sagt Elena Hilgenberg, Projekt-Mitarbeiterin im Marienheim. „Außerdem können sie z. B. Gottesdienste aus der ihnen vertrauten Heimatkirche verfolgen, die ins Netz gestellt werden, oder einen digitalen Spaziergang durch ihr eigenes Quartier oder den Petersdom in Rom machen. Da gibt es ja inzwischen unendlich viele Möglichkeiten im Netz!“
Hilgenbergs Hauptaufgabe war zunächst, sich mit den anderen Projektmitarbeitern Kateryna Zakharova (Haus Elisabeth), Nora Serghini (Haus St. Josef) und Florian Schaberg (St. Mauritius) selbst fit zu machen: Welche Programme und Apps sind für die Bewohnenden geeignet, wie funktionieren sie und was kann man im Einzelnen mit ihnen machen? In einem zweiten Schritt sollen dann weitere Mitarbeitende des Sozialen Dienstes und der Alltagsbetreuung mit ins Boot geholt werden, um das „digitale Know-How“ möglichst breit zu streuen.

Projektdauer
Die Projektdauer ist auf ein Jahr festgelegt. Hubert Röser sieht die Maßnahme als eine sinnvolle Investition in die Zukunft: „Mittel- und langfristig werden immer mehr Menschen in die Seniorenheime kommen, die digitale Vor­erfahrungen haben: Viele bringen ein Tablett oder ein Smart-Phone mit, das sie bereits von Kindern oder Enkeln geschenkt bekommen haben und das sie Zuhause intensiv genutzt haben. Auf diese Annehmlichkeiten werden sie in unseren Einrichtungen nicht verzichten wollen.“